Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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verrathen. Ich bitte Dich alſo, Petion, dringe nicht wei⸗ ter in mich, ſuche mich nicht zu verleiten, daß ich meinen Eid breche, denn ich würde damit den Geiſt meiner Mut⸗ ter kränken. Ach, ich würde meine Mutter, die aus Gram um mich geſtorben iſt, noch im Grabe beleidigen, denn bei ihrem Andenken habe ich geſchworen, und ihr Anden⸗ ken iſt das Einzige, was mir noch heilig geblieben auf Erden! Ich kann Dir den Plan der Flucht nicht ver⸗ rathen, Petion, vergib es mir und beklage mich, aber ich kann, ich darf es nicht.“

„So ſollen die Verräther alſo ungeſtraft i dürfen?“ grollte Petion.„Wir wollen ſie nicht zurück⸗ halten, wollen ſie nicht ihres Verbrechens überführen?“

„Ja, das wollen wir,“ rief Theroigne mit blitzen⸗ den Augen.„Wir wollen ihnen die Larve von ihrem heuchleriſchen Angeſicht reißen! Ja, meinen Zorn, meine Verachtung will ich Barnave in's Antlitz ſchleudern, und er ſoll ſchamvoll ſeine Augen niederſchlagen vor Theroi⸗ gne, die ihn liebte, und die er frech betrog. Ich gehe nicht nach Brüſſel, ich bleibe hier, ich gehe morgen wie alle Tage im Tuileriengarten ſpazieren.“

„Und wenn Du gehſt, können ſie dann nicht auf der That ertappt werden? Iſt es unmöglich ſie zu überfüh⸗ ren, wenn Du auch nicht hier biſt?“

„Doch,“ ſagte Theroigne nach kurzem Sinnen,„es