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in wie weit die Geſinnung Eurer Majeſtät im Wider⸗ ſpruch oder im Einklang iſt mit den Depeſchen Ihres Staatskanzlers.“
„Dieſer Einwand iſt gerecht, und ich will ihn be⸗ antworten,“ erwiderte Leopold lächelnd.„Aber ich hoffe, daß Ihr Hof für den meinen die zarte Rückſicht hegen wird, das geheim zu halten, was ich Ihnen jetzt ſagen will.“
„Sire, Sie können unſerer vollen und unverbrüch⸗ lichen Verſchwiegenheit gewiß ſein!“
„Ich bin davon überzeugt! Hören Sie alſo. Es wäre eine unverzeihliche Undankbarkeit, wenn ich meinen alten Staatskanzler, den Freund und Miniſter Maria Thereſia's, von ſeinem Amte entfernen und in den Ruhe⸗ ſtand verſetzen wollte. Er ſelber aber wird nicht freiwillig ſein Amt aufgeben, er findet gar nicht, daß er der Ruhe bedarf und daß ſein Amt ihm zu ſchwer wird; die beiden Herren hier können Ihnen das bezeugen, denn ich glaube, ſie haben einige Erfahrungen in dieſer Hinſicht ge⸗ macht, Da ich alſo den Fürſten Kaunitz nicht gehen heißen kann, und da er nicht freiwillig geht, ſo folgt daraus, daß er Staatskanzler bleiben wird, ſo lange er lebt. Ehren Sie ihn daher in ſeiner Stellung, mein Herr Geſandter, ehren Sie ihn, wie ich es thue. Bleiben wir getreulich bei dem hergebrachten Modus, daß alle Ver⸗
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1860. XXIII. Kaiſer Leopold der Zweite. I.


