ſoll mir der Arzt, Freund! Ich glaube nicht an die Kunſt der Aerzte, und gegen mein Leiden haben ſie ſicherlich kein Mittel! Aber ſprechen wir nicht mehr davon! Sieh mich nicht ſo traurig an, mein Liebling. Vielleicht zog eben nur eine Wolke über meine Seele hin, und darum ſah ich die Zukunft ſo trübe; vielleicht iſt es nur der Schatten der vielen Kronen, welche mein Haupt belaſten, der mein Herz bedrückt. Mein Kopf iſt nicht ſtark genug, um ſo große Laſt leicht nehmen zu können. Denke nur, ich habe bereits zwei Kronen, ich bin König von Ungarn und Böhmen, und ich werde bald auch Kaiſer von Deutſchland ſein, denn alle Wahlfürſten haben mir ihre Stimmen zugeſagt, und auch der König von Preußen hat mir durch den General Biſchofswerder ſeine Stimme verſprochen, vorausgeſetzt, daß ich ernſtlich gewillt bin ein Bündniß mit ihm zu ſchließen, mit der Pforte Frie⸗ densverhandlungen anzuknüpfen und Preußens Anſprü⸗ che auf Thorn und Danzig zu unterſtützen.“
„Und Ew. Majeſtät willigen ein, dies zu thun?“ fragte Fürſt Liechtenſtein raſch.„Ew. Majeſtät wollen Frieden machen mit der Türkei, mit Preußen, mit allen Ihren Feinden?“
„Mit allen? Nein. Aber zunächſt mit Preußen, vielleicht auch mit der Türkei. Oeſterreich iſt jetzt ganz
iſolirt, es bedarf der Bundesgenoſſen, und ich will ſie


