Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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rückhalten, jetzt konnte er ihn nicht mehr verhindern, die Aerzte zu rufen!

In der Frühe des nächſten Morgens hielt eine Reiſeequipage in der Leopoldvorſtadt vor dem Palais der Gräfin Wolkenſtein. General Biſchofswerder, tief in ſeinen Pelz gehüllt, ſprang ans dem Wagen, trat in das Palais ein und ſchritt die mit Teppichen belegte Treppe hinauf.

Oben auf dem Corridor trat ihm der Kammerdie⸗ ner der Gräfin entgegen und begrüßte ihn ehrfurchtsvoll.

Die Frau Gräfin ſchon aufgeſtanden? fragte der General ſeinen Pelz abwerfend.

Zu Befehl, Execellenz, die Frau Gräfin haben ſo eben die Chocolade befohlen.

Melden Sie mich, ſagen Sie der Frau Gräfin, daß ich eben angelangt bin und ihr nur eine wichtige Nachricht zu bringen habe.

Der Kammerdiener eilte von dannen und kehrte nach wenigen Minuten zurück, um den General in das Cabinet der Gräfin zu führen.

Louiſe, im leichten, anmuthigen Negligee, eilte ihm entgegen und ſchaute ängſtlich zu ihm empor.Eine wichtige Nachricht haben Sie mir zu bringen, Oheim? fragte ſie.Doch keine ſchlimme Nachricht von meinem Gemahl? Er iſt doch nicht kränker geworden? Sein

1360 XXIV. Kaifer Leopold der Zweite. III. 15