Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Uebel hat ſich nicht verſchlimmert? Sein Leben iſt nicht bedroht? Mein Gott, haben Sie doch Erbarmen, ſo antworten Sie mir doch!

Und laſſen Sie mir denn die Zeit dazu? fragte der General achſelzuckend.Statt mich, der ich eben hier anlange und wie ein Courier von Berlin hierher gefahren bin, ſtatt mich willkommen zu heißen, heſtür⸗ men Sie mich mit Fragen nach Ihrem unglücklichen Ge⸗ mahl, deſſen Krankheit Sie ſelber noch krank machen wird, denn Sie ſehen bleich und leidend aus, und das iſt Ihrer Schönheit gar nicht vortheilhaft.

Ich verzehre mich in Angſt und Sorge um ihn, ſagte ſie mit bebenden Lippen.Zuweilen beſchleicht eine furchtbare Angſt mein Herz, und es iſt mir, als würde er ſterben, ehe ich ihn befreit habe, als würde ich ihn nie⸗ mals wiederſehen. O, mein Oheim, es wäre entſetzlich, wenn Alles, was ich gethan und gelitten, umſonſt gewe⸗ ſen, umſonſt meine Schmach, meine Verſtellung, mein gedemüthigtes Daſein! Wenn er ſtürbe in dem Gefängniß, das er durch meine Schuld erduldet, wenn meine Liebe ihm nicht ſein Unglück vergelten, meine Treue nicht den Flecken auslöſchen könnte, der auf meinem Daſein ruht! O Gott, Gott, ſagen Sie, daß er geſund iſt, daß er nicht ſterben wird.

Die Geſchicke der Menſchen liegen in der Hand