Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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alſo noch! Laß mich Dein liebes Antlitz ſehen und Ab⸗ ſchied von ihm nehmen, jetzt, da ich es noch vermag.

Fürſt Liechtenſtein, deſſen Hand der Kaiſer immer noch gefaßt hielt, ſank wieder vor dem Kaiſer in die Kniee und ſchaute ihn an mit angſtvollen, forſchenden Blicken.

Ich habe Dich ſehr geliebt, mein Carl, mur⸗ melte der Kaiſer.Sie werden Dir das, wenn ich nicht mehr bin, als eine Schuld anrechnen und Dir mißtrauen, denn die treuen Freunde der geſtorbenen Fürſten werden immer als die gefährlichen Feinde ihrer Nachfolger be⸗ trachtet. Verzeihe es mir ſchon im Voraus, mein Liebling, wenn mein Nachfolger Dich nicht ſchätzt als das, was Du biſt, wenn meine Liebe Dir Kränkung bringt.

O Gott, o Gott, ſchluchzte der Fürſt;dies anhören zu müſſen, und nicht helfen zu dürfen!

Der Kaiſer hatte ſeine Worte gar nicht beachtet und mit leiſer, bebender Stimme fuhr er fort:Ach, auch Ihr wird meine Liebe Kränkung bringen, auch Ihr wird man mit Geringſchätzung begegnen und ſie ſchmähen und be⸗ leidigen. Und weshalb? Weil ſie mich geliebt hat, weil ſie in das öde, traurige Daſein eines Kaiſers einen Son⸗ nenſchein des Glückes hat leuchten laſſen. Ja, alles, was der Kaiſer Leopold an Glück und Beſeligung empfun⸗ den, das dankt er Ihr. O, es wäre ſehr grauſam vom Schickſal, wenn ich ſie nicht wiederſehen ſollte. Aber