Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Sie ihm, er ſoll alle ſeine Miniſter zum Teufel jagen, und ſich Miniſter wählen aus der geſetzgebenden Ver⸗ ſammlung, natürlich ſolche Männer, welche das Volk lieben und von ihm geliebt werden. Und ſchaden würde es gar nicht, wenn der König auch einige Frauen zu ſeinen Miniſtern mache, denn die Menſchenrechte wollen endlich auch den Frauen gerecht werden, und ſie ſprechen's aus, daß Ein Menſch ſo viel werth iſt, als der andere, daß Keiner durch ſeine Geburt Vorzüge beſitze. Ja, die Menſchenrechte ſtellen die Frau dem Manne gleich, und der König ſollte alſo beweiſen, daß er die Menſchenrechte adoptirt, er ſollte auch einige Frauen zu ſeinen Miniſtern machen.“ „Nun, Fürſt Liechtenſtein,“ fragte Leopold lächelnd, „was ſagen Sie zu dieſen neuen franzöſiſchen Miniſtern, welche Madame Thervige creiren möchte?“

„Ich finde ſie allerliebſt,“ ſagte Fürſt Liechten⸗ ſtein ernſt,„und da die Frauen ſich jetzt ſo vielfach mit Politik beſchäftigen, ſo iſt nicht abzuſehen, warum ſie nicht auch Staatsminiſter werden könnten. Nur erlaube ich mir die Frage, was aus der Staatsregierung werden ſollte, wenn vielleicht unglücklicher Weiſe die regierenden Frau Miniſterinen alle zufällig in derſelben Woche niederkämen?“

„Eine wohlaufzuwerfende Frage,“ ſagte der Kaiſer lachend.