27
mißlungen iſt, daß Theroigne ſie an Petion verrathen hat. Dann wird der alte Graf mir nachſetzen, mich zu⸗ rückholen laſſen wollen. Und wenn ich auch vielleicht zwölf Stunden voraus habe, ſo können mich ſeine Cou⸗ riere doch überholen; ſie werden natürlich reiten, und ich fahre, das gibt ihnen einen Vortheil, und irgend ein un⸗ glücklicher Zufall kann mich unterwegs aufhalten, mein Wagen kann umwerfen, zerbrechen, was weiß ich. Man muß aber immer gegen die unglücklichen Zufälle ſie wah⸗ ren. Wie fange ich's an, um den Verfolgern des Grafen Merch zu entgehen und mich glücklich mit meiner halben Million nach Frankreich zu retten! Wie fange ich's an?“ Sie ließ ihr Haupt auf ihre Bruſt fallen und ſaß lange, in tiefes Nachdenken verſunken, unbeweglich da. „Ich hab's,“ rief ſie dann auf einmal, von dem Fauteuil aufſpringend.„Ja, das Mittel zur Rettung iſt gefunden! Es fehlt mir nichts mehr, nichts als ein hüb⸗ ſcher Männeranzug. Aber woher den nehmen, wie— Ah, ein wundervoller Gedanke! Stand nicht vorher, als ich den Corridor hinauf ging, der Kammerdiener des jun⸗ gen Grafen Merch vor einem offenen Kleiderſchranken und ordnete die Kleider des jungen Herrn? Der junge Graf wohnt ja hier in meiner Nähe auf demſelben Cor⸗ ridor, er erzählte es mir geſtern Abend, als er mir ſo ga⸗ lant den Arm bot und mich bis an die Thür meines Zim⸗
2*


