Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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war eine ungeheuere Dummheit, und ich habe mir unter⸗ wegs auf meiner tollen Fahrt geſchworen, ſie wieder gut zu machen! Und ich denke, ich werde mir Wort halten können. Wie geſchickt ich ſpielte, wie ich Alles wagte, um Alles zu gewinnen. Hah, wie mein Herz klopfte, als ich ihm anbot, mich nach Wien gehen zu laſſen und mir das Geld erſt nachzuſchicken, wenn die königlichen Flücht⸗ linge glücklich über die Grenze gekommen! Aber ich rech⸗ nete auf den Cavalierſtolz des vornehmen Herrn Grafen, und mein Rechenexempel hat mich nicht betrogen. Die halbe Million iſt mein! Nur noch eine Stunde, und ich halte ſie in meinen Händen, und Ehre, Anſehen, Glück und Freiheit iſt mein!

Sie breitete entzückt ihre Arme aus, als wollte ſie in begeiſterter Luſt die Welt, die goldſtrahlende Zukunft an ihr Herz drücken, und ein Ausdruck ſtolzen Triumphes leuchtete von ihrem Angeſicht. Aber auf einmal dann ließ ſie ihre Arme wieder ſinken und der Freudenglanz erloſch in ihren Zügen.

Es iſt indeß nicht genug, eine halbe Million in Händen zu haben, flüſterte ſie;man muß auch auf Mittel ſinnen, ſie zu bewahren und ſein Eigenthum zu retten. Und das iſt das Schwierigere! Nur wenige Stunden noch, und Graf Merch wird ohne Zweifel vom Baron Thugut benachrichtigt werden, daß die Flucht