alberne Thörin ich war! Glaubte noch einmal wieder an die Liebe eines Mannes, wollte durch dieſe Liebe mich wieder zur Tugend, zur Sittſamkeit und Ehrbarkeit zu⸗ rückführen laſſen, faßte den ſentimentalen Entſchluß, eine treue, ergebene und gottesfürchtige Frau ſein zu wollen. O, wie er gelacht haben mag über die empfindſame Schwärmerin, die es ſo leicht war zu betrügen und mit lügneriſchen Liebesworten zu bethören! Freilich, der Lieb⸗ haber der Königin konnte ſich nicht herablaſſen, der Mann der armen Thervigne zu werden, und der Ring Marie Antvinette's wäre entweiht worden, wenn er ihn an The⸗ rvigne gegeben hätte. O, es iſt ſchändlich, es iſt grauſam, ſo betrogen zu werden, ſo—“
Ihre Stimme ſtockte, ihre Augen füllten ſich mit Thränen, aber ſie wiſchte ſie raſch mit dem Rücken ihrer Hand fort und ſtampfte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden..
„Habe ich mir nicht unterwegs zugeſchworen, daß ich nicht weinen will um den Verräther und Betrüger?“ fragte ſie ſich zürnend.„Was ſollen denn dieſe Thränen? Fort mit ihnen! Thervigne hat den letzten Reſt von Empfindſamkeit, Ehrbarkeit und Tugendgelüſte mit ihrer betrogenen Liebe begraben, Thervigne darf und will kein Weib mehr ſein, wie andere Weiber auch! Sie will ein Mann ſein, grauſam, rachedürſtig, betrügeriſch und le⸗


