Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Erſt als die Thür deſſelben ſich hinter ihr geſchloſſen hatte, als ſie ganz allein, ganz ſicher war, von Niemand beobachtet zu werden, erſt da verſchwand der ſtolze Ernſt aus ihren Zügen, ſie nahmen jetzt einen ſtrahlenden Aus⸗ druck an und ihre Lippen öffneten ſich zu einem lauten fröhlichen Lachen.

Sie unterdrückte aber ſchnell wieder dieſen lauten Ausbruch ihres Gefühls und preßte raſch ihre beiden Hände auf ihre lachenden Lippen. Dann warf ſie ſich ganz erſchöpft in einen Fautenil nieder und athmete auf, wie von einer ſchweren Laſt befreit.

Ah, das war eine harte und gefährliche Arbeit, flüſterte ſie,eine ſchwere, ſehr ſchwere Rolle. Aber ich denke, ich habe ſie mit vielem Geſchick und großem Glück geſpielt, und es iſt mir gelungen den guten Grafen Merch vollkommen zu täuſchen. Er hält mich wirklich für eine politiſche Magdalena, für eine glühende Royaliſtin, die vor Verlangen brennt, ihre früheren Fehler und Ver⸗ brechen wieder gut zu machen. Ah, es war doch ein Glück, daß ich unterwegs Muße zu überlegen hatte, daß mein Zorn und mein Schmerz Zeit hatten ſich auszutoben und wieder der Vernunft Gehör zu geben! Ganz erbärmlich und ganz ſchlecht hat Barnave an mir gehandelt, und ich fühle, daß ich ihn jetzt ebenſo haſſe und verabſcheue, als ich ihn einſt geliebt habe. Welch' eine empfindſame,