Teil eines Werkes 
3. Theil, Zwei Lebenswege : 3. Band (1860)
Entstehung
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ihres Geſchlechts, die Maitreſſe des Fürſten Lothar, angeklagt als ſeine Giftmiſcherin. ſs

Ein einziger, furchtbarer Schrei thnte von Leontin's Lippen.Du lügſt, elendes, heuchleri⸗ ſches Weib, Du lügſt! rief er dann, zitternd vor Wuth.Du wagſt es, einen Engel zu be⸗ ſchimpfen. Zenes verbrecheriſche Weib, von der die Zeitungen uns erzählten, hat nichts gemein mit dieſer reinen, edlen Seele! fiẽ

Frage doch ſie ſelber! ſagte Indith höh⸗ nend, mit dem Finger auf Giſela deutend. Dieſe ſtand da, ruhig und ſtolz, ihr Auge gen Himmel gewandt, als ob ſie betete, die Wangen von durchſichtiger Bläſſe, die Arme über der Bruſt gekreuzt, als wollte ſie deren ſtürmiſches Wallen ſünftigen. Friede und Ruhe lag auf ihren Zügen; nnn das Unglück da war, ſchien ſie es ſchon über⸗ wunden zu haben.

Leontin kniete vor ihr nieder, und ihre Kniee umklammernd flehete er:Sprich jetzt, meine Ge⸗ liebte, mein Engel! Vernichte dieſe frechen, ſcham⸗ loſen Lügen durch ein Wort, einen Blick! Sieh mich nur an, lächle mir nur, ſchüttle verneinend Dein liebes, ſtolzes Haupt, und ich will Dir auch ohne Worte glauben! Oh, ich glaube Dir, auch ohne Worte, ohne Zeichen. Aber um dieſes lüg⸗ neriſche Weib zu ſtrafen, darum, meine Geliebte, darum ſprich!

Sie ſchien ihn kaum zu hören, ihr aufwärts