Teil eines Werkes 
3. Theil, Zwei Lebenswege : 3. Band (1860)
Entstehung
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156 ward! Drei Herzen, mit ängſtlichen Schlägen ge⸗ gen drei angſtgefolterte Buſen ſchlagend!

Drei bleiche, von Schmerz und Entſetzen durch⸗ furchte Angeſichter, ſich einander anſtarrend, mit glühenden, durchbohrenden Augen, mit dem Aus⸗ druck des Haſſes, des Erſtaunens!

Das alſo, ſagte Judith endlich mit ſchnei⸗ dendem, kalten Hohn,das iſt Deine Geliebte! Um dieſes Weibes willen verließeſt Du mich, mich, die Dich liebt, mit reiner, hingebender Liebe, Deine verlobte Brant?

Leontin hatte ſich von ſeinem Schrecken er⸗ holt, er richtete ſich ſtolz auf, und ſagte ruhig: Dies Verhältniß iſt zerriſſen! Die frühere Ge⸗ liebte des Grafen Walther, die durch geheuchelte Liebe ſich das nachtheilige Teſtament ihres Ge⸗ mahls erſchlich, dies niedrige, buhleriſche Weib kann und wird niemals meine Gemahlin werden.

Zudith brach in ein lautes, ſpöttiſches Gelächter aus:Ich ſehe, es iſt meiner Feindin gelungen, mich zu verleumden, ſagte ſie dann.Wohl, alſo wegen dieſer Verleumdungen verließeſt Du mich, um Dich in die Arme eines Weibes zu werfen, die gebrandmarkt daſteht vor der ganzen Welt, auf welche die Kinder mit Fingern zeigen, und ſich einander in die Ohren flüſtern: Das iſt ſie, die Giftmiſcherin, die Maitreſſe des Fürſten Lothar, das iſt ſie, die frühere Geliebte des Grafen Walther; Ja, das iſt Giſela von Waidmann, die Schande

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