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Schifferinnen. Die Ruder ſchlugen in's Waſſer, und raſch entfernte ſich das Boot vom Ufer.
„Ich werde ihn treffen, ich muß ihn treffen!“ murmelte die Dame.„Ich liebe ihn! Meine Ehre, mein Anſehen vor der Welt ſteht auf dem Spiele. Ich muß ihn ſeiner neuen Geliebten ent⸗ reißen, denn er iſt mein, muß mein ſein!“
O, wie langſam, langſam däuchte ihr die Fahrt! ZJetzt endlich, endlich iſt Bartholomä er⸗ reicht, jetzt fährt das Boot unter den bedeckten Schuppen am Ufer, jetzt ſpringt die Dame ams Land, und eilt mit beflügelten Schritten dorthin, wo ſie unter der Linde auf der hölzernen Bank ein zärtlich umſchlungenes Paar ſieht, den Rücken ihr zugewandt.
Raſch eilt ſie vorwärts, und mit zärtlichem Liebeston ruft ſie den Namen:„Leontin!“
Erſchrocken, wie von einem elektriſchen Schlage getroffen, flog Leontin von ſeinem Platze empor und ſtarrte nach der geheimnißvollen Erſcheinung hin.
Als auch Giſela ihr Haupt dorthin wandte, hörte man unter dem Schleier hervor einen Schrei des Erſtaunens. Dann ſtürzte die Dame näher, dicht vor die Liebenden tretend, warf ſie den Schleier zurück und erbleichend erkannte Giſela— ihre Schweſter Judith.
Es war eine fürchterliche Pauſe, die nun eintrat, ein entſetzliches Drama, das ſchweigend hier abgeſpielt


