Teil eines Werkes 
3. Theil, Zwei Lebenswege : 3. Band (1860)
Entstehung
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Oh, wie brannten ihre Wangen in jugendlicher Glut, wie blitzten ihre Augen, wie hob und ſenkte ſich ihre Bruſt in Jugendluſt und Wonne, und welch ein holdes Lächeln umſpielte ihre Lippen.

Arme Giſela, Du glaubſt alſo wieder an das Glück und an die Zukunft? Du glaubſt wieder an die Liebe, glaubſt, daß die Welt ſich Dir end⸗ lich verſöhnen, endlich inne halten wird, Dich zu verfolgen und Dich zu ſtrafen für Deine Miß⸗ achtung ihrer?

Arme Giſela! Hörſt Du nicht die Todten⸗ glocke läuten, die Dein Glück zu Grabe trägt? Siehſt Du nicht das Schwert, das ſchon herab⸗ fallen will, Dein Haupt zu treffen!

Sie hört nur das holde Geflüſter des Freun⸗ des, ſie ſieht nur ſein liebeglühendes Auge! Arme Giſela!

Bald genügten ihnen die nähern Spaziergänge nicht, ihre Wanderluſt verlangte nach größerer Ausdehnung, nach ferneren Zielen, und ſo, von Löſerl geleitet, ſtiegen ſie vom Gebirge hernieder in's Thal zu größeren Ausflügen in die herrliche Gegend.

Am Fuß des Gebirges nahmen ſie auf einige Tage Abſchied von Löſerk, die wieder hinauf wan⸗ derte zur Sennhütte. Die Liebenden aber gingen weiter, Arm in Arm, ſcherzend und lachend, bald hier ruhend unter beſchattendem Gebüſch, bald mit beflügelten Schritten weiter eilend. So erreich⸗