ward zu einem Thronſaal, in dem ſie auf ſilber⸗ nem Thronſeſſel die Huldigung ihrer Getreuen ent⸗ gegen nahm, die Pforten ihres Gefängniſſes ſpran⸗ gen auf, und mit glänzendem Gefolge hielt ſie ihren Einzug in die Reſidenz unter dem Läuten der Glocken, unter dem Zufauchzen des Volkes! Und aus all dieſen köſtlichen und berauſchenden Bildern ward ſie dann grauſam geweckt durch den lauten Anruf der ſich ablöſenden Wachen, oder das unvermuthete Eintreten des Generals, vor dem ſie dann mit gewandter Liſt ihr geliebtes, ein⸗ ziges Kleinod, dieſes köſtliche Giftfläſchchen, ver⸗ bergen mußte.
So ward allgemach dieſe inhaltsvolle Phiole ihr einziger Freund, der Vertraute ihrer langen, einſamen Stunden, der Beſänftiger ihrer ſtürmiſchen, verzweiflungsvollen Aufregung, die troſtbringende Zerſtreuung der ertödtenden Langeweile, und Clo⸗ tilde hatte ſo lange auf Befreiung durch dieſe Phiole gehofft, bis ihr dieſelbe zur innern Gewiß⸗ heit ward, bis ſie gar nicht mehr daran zweifelte, dieſelbe durch dies geliebte Gift zu erlangen. Viel⸗ leicht iſt es kein bloßer Wahn, vielleicht, daß dem dringenden, leidenſchaftlichen Begehren ſich finſtere, unheimliche Gewalten fügen müſſen! Clotilde ſollte ihre Träume ſich verwirklichen, ihre Wünſche zur Wahrheit werden ſehen.
Sie hatte den gewohnten, täglichen Spazier⸗ gang im Hofe, an der Seite des Generals, vollen⸗


