Teil eines Werkes 
3. Theil, Zwei Lebenswege : 3. Band (1860)
Entstehung
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det, und kehrte jetzt, troſtloſer, hoffnungsloſer und verzagter, denn jemals, in ihre Gemächer zurück, in denen ſie bis zum Mittagseſſen allein zu ſein pflegte.

Seit einigen Tagen hatte ſie, um all dieſen innern Qualen und Beängſtigungen zu entgehen, und auf Momente wenigſtens zu entfliehen, ſich wieder der Lectüre zugewandt, und die Schlüpfrig⸗ keit der liaisons dangereuses behagte ihr hinläng⸗ lich, um ſie ſogar auf Momente feſſeln und zer⸗ ſtreuen zu können. Jetzt auch griff ſie wieder nach dem Buche, das aufgeſchlagen auf ihrem Toi⸗ lettentiſche lag, aber wie erſtaunte ſie, als ihr aus demſelben ein ſchmales Streifchen Papier entgegen fiel, auf dem mit deutlichen Lettern das Wort: Speranza geſchrieben ſtand. Wie kam dies Blatt hieher, wer konnte in ihrer Abweſenheit dieſe Toll⸗ kühnheit begangen haben, es hieher zu legen. Oder war es vielleicht nur ein Spiel des Zufalls, hatte dieſer unbedeutende Streifen Papier vielleicht vor Jahren als Zeichen der begonnenen Lectüre dienen müſſen. Clotilde blickte zweifelnd, nicht wagend, ſich dieſen herrlichen Träumen zu über⸗ laſſen, umher.

Da fiel ihr Auge auf ihr Ruhebett, ſie hatte, bevor ſie ihren Spaziergang angetreten, auf demſelben geruht, und auf der Stelle, wo ihr Haupt geruht, lag jetzt eine volle, blühende Roſe.

Clotilde unterdrückte kaum einen Schrei des