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kryſtallhellen Tropfen, auf die rechten Lippen ge⸗ träufelt, geben ihr Alles wieder, was ſie jetzt entbehren muß, machen ſie frei, nnabhängig, reich und mächtig. Hinter dieſem Fläſchchen wohnt der Tod, der allein ihr das Leben bringen kann, und Clotilde hat ſich ſo ſehr gewöhnt nur daran zu denken, daß dieſes Gift für ſie Leben und Frei⸗ heit bedeutet, bis ſie den Gedanken gar nicht fürch⸗ tet, daß dies Gift für ihren Gemahl lnteihau und Tod bedeuten ſoll. Sie ſchreckt weder zurück vor dieſer That, noch fürchtet ſe dieſelbe, ſie fleht und ſinnt nur, dieſe That auch vollführen zu kön⸗ nen. O, wie oft, in troſtloſer, verzweifelnder Ohnmacht hat ſie mit wilden Thräneu und ge⸗ rungenen Hünden die Dämonen aus der Hölle
6 herauf beſchworen, ihr zu helfen, o, wie bereit
wäre ſie geweſen, ihre Seele dem Teufel zu ver⸗ ſchreiben für die Erfüllung ihres Flehens, wie beſeufzte ſie es, von der Exiſtenz des Teufels und der Dämonen keine andern Beweiſe zu haben, als die flüſternden und lockenden Stimmen, die immer in ihrer eigenen Bruſt ſich vernehmen ließen, und aus dem leicht gelüfteten Pfropſen dieſes unheil⸗ vollen Fliſche ens zu ihr empor ſtiegen.
Sicher war es ein dämoniſcher Zauber, der hinter den durchſichtigen Wänden dieſes Fläſchchens wohnte. Einmal dieſen unheimlichen Kork gelüftet, und köſtliche Bilder umgaukelten Clotildens Seele.
Ihr düſteres Gefängniß erweiterte ſich und


