oft, in der Verzweiflung dieſer ertödtenden Lange⸗ weile, hat ſie ſchon die verhaßte Geſellſchaft ihrer Kammerdame befohlen, um nur dieſer erdrückenden Einſamkeit zu entgehen.
O wie verwünſchte Clotilde jetzt ihre thörichte Ehrbegierde, von der ſie verleitet worden, nach unbeſchränkter Herrſchaft zu ſtreben, mit wie bittern Thränen beweinte ſie die Vergangenheit, nicht aber um Reue zu empfinden, ſondern um, in immer ſich ernenerndem Haſſe, Dem zu fluchen, welcher der Urheber dieſer ſo entſetzlichen Gefangenſchaft war!
In ſolchen finſtern und unheilvollen Stunden war Clotilden die Einſamkeit willkommen und er⸗ wünſcht, damit Niemand auf ihrem Antlitz die finſtern Gedanken leſen möchte, die ihre Seele be⸗ ſchäftigten und ihr Blut in fieberhafter Aufregung wallen machten, damit Niemand ahne, welche ſchwarze Plane ſie in ihrer Seele erſonnen, Plane, zu deren Ausführung es nur einer befreundeten, entſchloſſenen Hand bedurfte, um Clotilde ſofort wieder auf den unbeſtrittenen, ungetheilten Fürſten⸗ ſtuhl zu führen, um ihr Leben von jeder Anfech⸗ tung, von jeder Sorge zu befreien.
O, wie viele Stunden ſaß Clotilde, auf das Fläſchchen ſtarrend, das ihr Gemahl ihr in je⸗ ner entſcheidenden, verhängnißvollen Stunde ſelbſt gereicht.
Ha, hinter dieſem dünnen Glaſe iſt für ſie Freiheit, Leben, Glück eingeſchloſſen, dieſe wenigen
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