an ihre Gefangenſchaft mahnend. Jene Thür führt zu dem Zimmer des Generals, das geringſte Ge⸗ räuſch kann ihn herbei führen, und da dieſe Thür nicht verſchloſſen werden kann, muß Clotilde jeden Augenblick ſeines Erſcheinens gewärtig ſein. Und keine andere Ausgangsthür iſt in den von ihr bewohnten Zimmern, Zeder, der zu der Fürſtin kommt, muß ſowohl das mit Wachen beſetzte Vor⸗ zimmer, als auch die Gemächer des Generals paſſiren.
Die Fenſter ſind mit Eiſengittern verſehen, und vor denſelben geht ebenfalls zu jeder Stunde des
Tages und der Nacht eine Patrouille auf und ab.
Und in dieſem rings bewachten Käfige muß die Fürſtin Clotilde die langen Stunden des Nach⸗ mittags, des Abends verbringen! Mein Gott, womit ſich beſchäftigen, wie dieſe ewig lange, ſchlep⸗ pende Zeit ertödten!
Es iſt ihr verſtattet, in den Büchern zu leſen, die dort, in ſchönen Schränken geordnet, im Bibliv⸗ thekzimmer ſtehen; aber Clotilde mag nicht leſen, denn unter dem Leſen beſchleichen ſie ihre Gedanken, und führen ſie weit ab von dem, was ſie lieſt.
Sie mag auch nicht malen, und das angefan⸗ gene Bild ſteht ſchon ſeit vielen Wochen unvollen⸗ det auf der Staffelei, das Sticken, das Schreiben auch langweilt ſie; es iſt Alles nur todt und öde; ſie ſehnt ſich nach Menſchen, es verlangt ſie nach
dem Laut menſchlicher Stimmen, und


