Teil eines Werkes 
1. Theil, Zwei Lebenswege : 2. Band (1860)
Entstehung
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ſchlagen kann aus unſerm Herzen, und wenn Dem einſt ſo iſt, Giſela, o, dann mögen dieſe Flam⸗

men über unſerm Haupte zuſammenſchlagen, und

der Phönir unſeres Glückes aus der Aſche empor⸗

ſteigen!

Ja, ſo ſei es, rief Giſela mit ſtrahlenden Augen, mit glühenden Wangen.Ja, ſo ſei es, mein Freund, mein Bruder, meines Lebens ein⸗ ziger Halt. Mag die Welt mich verdammen, ich höre ſie nicht mehr, und das Urtheil der Menge gilt mir gleich. Sie haben mich geſteinigt, als ich unſchuldig war, wehe über ſie, wenn ſie mich ſchuldig machen. Sie haben mich verdammt, als ich ohne Sünde war, wehe über ſie, wenn nun die Sünde an mir haftet. Ich bleibe bei Ihnen, Lothar, mag die Welt mich höhnen und verachten, ich höre ſie nicht mehr. Frei will ich mein Haupt erheben, und das Hohnlächeln der Menſchen ſoll meine Bruſt unverwundbar finden. Der Kampf mit der Welt ſei denn auf's neue begonnen, auf's nene trete ich in die Schranken, zu kämpfen ge⸗ gen das Vorurtheil und den Schein! Nein, noch

bin ich nicht beſiegt, noch glaube ich an den Sieg der Wahrheit, und fürchte weder die Welt, noch die Menſchen. Thue recht, und ſcheue Nie⸗ mand, das ſei und bleibe mein Wahlſpruch! Und Recht iſt es, den Wirkungskreis anzunehmen, den Sie mir bieten, und zu dem Wohl Ihrer Unter⸗

thanen zu wirken und zu handeln mit Ihnen ver⸗