und ſtolzer auf, ihn zu beſiegen durch die Kraft ihres Willens.
Als Giſela das Unglück von ſich geworfen, forſchten ihre ſich belebenden Augen nach dem Glück, ſtreckte ſie ihre noch von der Pein zitternden Hände in hoffendem Verlangen der Zukunft entgegen, und rief mit heißer Seele nach Thaten und Käm⸗ pfen, ſich das Glück zu erobern.
Wie ſie jetzt auf dem Balcon ſtand, und träu⸗ mend gen Himmel blickte, ſagte ſie leiſe:„Herr⸗ mann hatte Recht! Meine Seele iſt nicht beſtimmt langſam zu erlöſchen, ungeſehen zu verſchwinden. Die Welt ruft mich, das Leben hat Anſprüche auf mich, es ruft mich mit tauſend verlockenden Stimmen, es zeigt mir in meinen Träumen die glänzendſten, köſtlichſten Farben und umgaukelt mich mit reizenden Bildern der Zukunft. Und dieſe Stimmen, dieſe Bilder können mir nicht lügen, dieſe Hoffnungen mich nicht täuſchen. Ich kann's nicht glauben, daß das Leben eine Lüge iſt, eine Täuſchung, und dem Ringen nach Glück muß end⸗ lich die Wahrheit der Erfüllung ſich ergeben. O mein Gott, drängen nicht alle meine Kräfte, alle meine Sinne ſich hin zum Glück, breiten ſich meine Arme nicht von ſelbſt entgegen dieſem glänzenden Ziele, und ſingt nicht meine Seele in heiligen Symphonieen dieſer lange erſehnten, lang erkämpf⸗ ten Sonne entgegen? Und ich ſollte verzagen, ich mit meinen achtzehn Jahren ſollte den Snpf auf⸗


