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einmal die Geſellſchaft durch ihren Geſang er⸗ frenen wolle!
„Ich ſinge niemals,“ ſagte die Baronin kalt.
„Sie lieben alſo nicht die Muſik?“ fragte Walther.
„Nein, gewiß nicht! Das heißt, nicht dieſe Muſik der Salons, dieſe ſüßliche, ſchillernde Muſik des Glanzes. Aber ein einfaches, kunſtloſes Lied⸗ chen, mit Anmuth und Gefühl vorgetragen, das kann mich entzücken, indeß leider habe ich nur ein einziges Mal ſo ſingen hören!“
„Und wer war es, der ſo ſang?“ fragte Walther haſtig und überzeugt, daß ſie ſeinen Namen nennen würde.
„Ein armer Hirtenknabe in den Phrenäen,“ ſagte ſie ruhig,„und nimmer werbe ich dies holde, ſüße Liedchen vergeſſen, das er ſang. Es machte mein Herz beklommen vor Seufzern, und trieb mir Thränen in die Augen! Oh, es war auch ein köſtlicher Anblick, dieſer kräftige braune, in Lumpen gehüllte Knabe mit der Zither im Arm, auf einem Baumſtamm ſitzend, inmitten der glut⸗ vollſten, herrlichſten Landſchaft, dazu die einfache, melancholiſche Weiſe jenes Liedchens, die klagenden, wehmuthsvollen Worte.“
„Mit welchem Feuer Sie noch jetzt jenes Knaben gedenken, meine Gnädigſte,“ ſagte Walther mit einem gezwungenen Lächeln, denn für ihn gab es keine größere Qual, als einem Andern Lob


