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biß die Lippen feſt auf einander, und ſeine ſchöne Stirne verfinſterte ſich. Durch ein ſeltſames Un⸗ gefähr hatten die Waffen der Coquetterie, mit denen er ſonſt zu kämpfen pflegte, ſich jetzt gegen ihn gewandt, und er mußte leiden durch die⸗ ſelben Mittel, durch die er ſonſt Leiden verurſacht hatte.
Er erwiederte auf alle Fragen und Anreden nur zerſtreut, und ſuchte ſich der ſchönen, ſtolzen Baronin Judith zu nähern. Keine dieſer Regungen entging ihr, ſie ſah, wie er ſich allmählig durch die Menge Bahn machte, um zu ihr zu gelangen, und als es ihm jetzt endlich gelungen war an ihre Seite zu gelangen, verdoppelte ſie nur die Lebhaftigkeit ihrer Unterhaltung mit einem ihr ganz gleichgültigen Herrn.
Walther verſuchte es mehrmals vergeblich, ſich in die Unterhaltung zu miſchen, Indith ſchien ihn weder zu ſehen noch zu hören.
„Baron Walther!“ ſagte endlich Judith's Ca⸗ valier, zurück tretend und ihm Platz machend.
„Ah, Baron Walther!“ ſagte ſie mit dem kälteſten, gleichgültigſten Ton, und verneigte ſich kaum. Dann ſetzte ſie das unterbrochene Geſpräch wieder fort. Walther erröthete vor Zorn und Beſchämung, und ſchwur ſich, dieſe ſtolze Schönheit zu beſiegen um jeden Preis. Er unterdrückte des⸗ halb ſeinen innern Zorn, und wandte ſich an Judith mit der unbedeutenden Frage, ob ſie nicht auch


