vorſichtiger,„was werden Sie ſagen, wenn ich Ihnen erzähle, daß Se. Durchlaucht unſer gnä⸗ diger Fürſt dies Mädchen in Schutz nimmt? Denken Sie, als geſtern die Baronin Judith auf Befehl Ihrer Durchlaucht unſerer Fürſtin das Antwortſchreiben Giſela's vorlas, und die Fürſtin gerechte Worte des Mißfallens zu äußern geruhten, denken Sie, da nahm der Fürſt dies Mädchen gegen ſeine Gemahlin in Schutz! Ja, er nannte es hochherzig, daß ſie dies Liebesverhältniß ein⸗ geſteht, und er meinte, daß nur die Unſchuld ſo ſtolz und kühn zu ſprechen wage!“
„Ja, ja, das hat ſo ſeine eigene Bewandniß,“ ſagte Baron Bender mit einem liſtigen Lächeln. „Wenn ich mich jetzt einiger zufälligen, unwillkür⸗ lichen Aeußerungen der Baronin Indith erinnere, ſo verſtehe ich dieſe große Gnade Sr. Durchlaucht vollkommen. Glauben Sie mir, er iſt ſelbſt nicht unempfindlich gegen die ſchöne Giſela.“
„Und ſie? Das Mädchen?“
„Nun, mein Gott, Sie wiſſen, daß ſie keine Prüde iſt!“
„Ja, bei Gott, Sie haben Recht, jetzt kann ich mir Sr. Durchlaucht Benehmen vollſtändig enträthſeln. Bis zur Ankunft des Barons Walther ritt der Fürſt faſt täglich, nur von einem einzigen Diener begleitet, hinaus auf die Villa des Fräu⸗ leins; ſeit aber dieſer ſchöne Baron dort iſt, hält er ſich ganz zurück gezogen. Natürlich! Er will


