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zückt zu ihm aufſchauend,„die geheimſten Gedanken Deiner Seele ſtrahlen mir entgegen aus Deinem holden, ſchönen Angeſicht. Rufſt Du den Himmel an zum Zeugen unſeres Glückes? Nein, blicke nicht nach oben, dort oben iſt kein Himmel mehr, Walther! Er hat ſich uns hernieder geſenkt, er umgiebt uns mit ſeinen Luftgebilden, ſeinen Sonnen und Monden, ja, der Himmel iſt bei mir und ich blicke in die Sterne Deiner Augen, und mein Herz rauſchet auf zu frommen Lobgeſängen der Andacht! Ich blicke in Dein Antlitz, und fühle, daß der Himmel ſich mir aufgethan hat. Du küſſeſt meine Locken, Walther? O ich fühle dieſen leichten, linden Kuß bis in das innerſte Mark meines Lebens, und der Himmel da draußen ſenkt ſich hinein in mein Herz, daß es ſo groß wird und weit, wie die Unendlichkeit! Mein Gott, wie konnte ich leben, ehe ich Dich geſehen, wie konnte ich es ertragen, in der Einöde der Welt umher zu gehen, ganz allein und einſam, da Du nicht an meiner Seite warſt! Aber laß Dir ſagen, Geliebter, mein Leben war nur ein Suchen nach Dir, ein ewiges Drängen und Ringen zu Dir, und inmitten der Wüſte, die mich umgab, erſchaute ich mit den Augen meiner Seele in dämmernder Ferne eine blühende, duftende Oaſe, und ich wußte, daß auf derſelben die Liebe mich erwarte und das Glück, ich wußte, daß dort meine Stimme, die bis dahin lautlos in der Wüſte verhallte, ein Echo


