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ſchönen Weibes, mit dem er ſprach, ſeinen Stolz gebeugt, und ihn aus einem Gebieter zu einem Sclaven gemacht. Wenn es ſchien, ſage ich, denn bei Walther war nichts unwillkürlich oder unüber⸗ legt; er wußte genau jeden Ausdruck ſeines Ge⸗ ſichtes, er war ſich jeder Miene, die er annahm, genau bewußt, und immer war er ſo wie er ſein wollte, und alle die Gefühle und Regungen, die auf ſeinem Antlitz zu leuchten und zu wechſeln ſchienen, waren nichts als Marionetten, mit denen er geſchickt zu ſpielen, die er ſtets in das rechte Licht zu ſetzen wußte. Er hatte die Welt geſucht, um in ihr zu glänzen und angebetet zu werden, und dieſes Ziel, nach dem er ſtrebte, ſchärfte ſein Wahrnehmungsvermögen und lehrte ihn die Mit⸗ tel, zu dieſem Zweck zu gelangen.
Egviſtiſch und kalt, ſchweigend und beobach⸗ tend, hatte er ſtets eine Art Uebergewicht über die ihn umgebende handelnde, ringende, käm⸗ pfende und ſchwatzende Menſchheit, lernte er ſchnell ihre Schwächen erkennen und benutzen, und ward er bald eine vollendete männliche Coquette, die mit allen ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln um die Gunſt der Menge buhlte.
So ausgeſtattet mit Schönheit, Reichthum
und Rang, mit glänzenden geſelligen Talen⸗
ten, klug und verſchlagen, die Schwächen der Welt kennend und benutzend, konnte es nicht feh⸗ len, daß Baron Walther überall, wo er erſchien,


