zu willig, wenn ſie, ſtaunend über ſeine Schön⸗ heit, ihm verſicherte, daß Niemand ihm wider⸗ ſtehen, daß, wo er ſich zeige, er Sieger ſein würde, daß er nicht allein der Schönſte, ſondern auch der Weiſeſte, Klügſte und Verſtändigſte ſei; täglich tiefer drang dieſes Gift verzärtelnder Mut⸗ terliebe in des Jünglings Herz, bis es darin alle übrigen Regungen ertödtet und nichts übrig ge⸗ laſſen, als die maßloſeſte Selbſtvergötterung.
Der junge Baron Walther, fremd der Welt, aufgewachſen auf dem ſtolzen Stammſchloß ſeiner Väter, umgeben von dienſtbefliſſenen, ſchmeicheln⸗ den Hofſchranzen und Lakaien, mußte ſich, ſtets umräuchert von dem Weihrauch mütterlicher Lob⸗ preiſungen, bald für ein über alle andern Sterb⸗ lichen erhabenes Weſen halten, und einſtimmen in die Vergötterung ſeiner ſelbſt.
Er hatte noch nicht die Liebe kennen gelernt, als ſein Herz ſchon der Liebe unfähig geworden, als er nichts mehr zu lieben vermochte, denn ſich ſelber. Der Tod ſeines Vaters machte ihm daher keinen Kummer, denn dieſer Vater hatte niemals ihm den Zoll bewundernder Liebe geſpendet, den ſeine Mutter ihn gewöhnt hatte, zu fordern; er weinte aber, als bald darauf auch ſeine Mutter ſtarb, denn dieſe Mutter hatte die Liebe zu ihm zu einem Cultus erhohen, und er vermißte die Prieſterin, die ſich ſeinem Dienſte geweiht. Aber ſeine Mutter hatte ihm geſagt, daß jedes Weib


