dieſes Opfers empfinden, und beklagte ſie täglich neu ihre verlorne Größe.
Der Baron, müde endlich dieſer ſtets ſich er⸗ neuernden Pein, überließ ſeine Gemahlin mit ihrer Klage bald der Einſamkeit, und herzlich froh war ſie daher, als ihr Sohn Walther, der ein⸗ zige Sproſſe dieſer Ehe, ſo weit erwachſen war, um die Klagen ſeiner fürſtlichen Mutter zu ver⸗ ſtehen und auch ſie zu theilen.
Süß iſt es, einer geliebten Seele die gehei⸗ men Quellen verborgener Schmerzen zu öffnen, und köſtlich däuchten daher der fürſtlichen Baronin die Stunden, in denen ſie ihrem lauſchenden Sohne erzählte von entſchwundener Herrlichkeit und von der Pracht des väterlichen Hoflagers, in denen ſie ihn anſpornte, ſeinen Ahnen Ehre zu machen, und durch nobles, ſtolzes Betragen der fürſtlichen Abkunft ſich würdig zu zeigen.
Für ſie, dieſe ſtolze, glückliche Mutter, war der Sohn ein ebenbürtiger Prinz, und ſie lehrte ihn bald die Anſicht theilen, und dieſer ehrgeizigen Ueberzeugung ſich hingeben.
Und dieſer Anſicht gemäß ward die Erziehung dieſes prinzlichen Sohnes geleitet, ſein Hochmuth, ſeine Eitelkeit ſtets wach erhalten und genährt, ſeine geiſtigen Fähigkeiten vernachläſſigt, ſeine glän⸗ zenden geſelligen Talente ausgebildet.
Der junge Baron ward ſtolz, hoffährtig und eitel, wie ſeine Mutter, und er glaubte dieſer nur


