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doch nur beſiegt durch den Haß! Aber dies ſcheint Ihnen heute noch undeutlich und unwahr,— der Tag wird kommen, wo Sie mich verſtehen, Giſela! Sie verſchmähen es, ſich gegen das Leid zu ſchützen, ich werde Sie alſo im Leid nur noch heilen und gegen den empfundenen Kummer Ihnen Arzeneien reichen können. Aber nehmen Sie mindeſtens eine Warnung. Folgen Sie nicht den Ermahnungen Ihrer Schweſter, dieſe iſt Ihre Feindin, Ihre grauſame, unverſöhnliche Feindin, denn Sie ſind unſchuldig, und ZJudith ſieht an Ihnen, was ſie verloren hat!“
„Mein Gott, Sie wiſſen alſo—“
„Daß Judith eine ſchöne Schauſpielerin iſt, ja, das weiß ich,“ ſagte der Fürſt mit einem ſpöttiſchen Lächeln.„Dies ſetzt Sie in Erſtaunen? Ich ſehe, Judith hat ſich auch vor Ihnen be⸗ währt als kluge Schauſpielerin. Davon ein ander Mal!— Morgen iſt meiner Gemahlin Namenstag. Erſcheinen Sie zur Cour?“
„Ich denke, nein! Es iſt beſſer, ſich ſelbſt zurück zu ziehen, als zum Rückzug gezwungen zu werden!“
„Ah, Ga, dies iſt ſchön! Ich ſehe, Sie ſtehen ſchon am abefang der Weltklugheit,— vielleicht, daß Sie ſchnelle Fortſchritte machen in der Kunſt
glücklich zu ſein. Sie haben Recht, gehen Sie nicht
an den Hof! Ihnen dies zu rathen, kam ich!“
Sie wollen es erkämpfen durch Liebe, und es wird


