jenen lichten Räumen, die ſchon ihrem inneren Auge erſchloſſen waren, denn ſie breitete die Arme empor und richtete ſich auf.
Aber das Leben hielt ſie noch gefeſſelt mit mächtigen Banden und⸗zog den Griſ der ſchon ſeine Fittige ausgebreitet, zurück zu den Gedanken der Welt; bevor Emma dem Geliebten folgen konnte dort oben, mußte ſie ſich erſt erinnern, daß ſie ihr Kind zurücklaſſe hier unten, und ſie rief mit einem Schmerzensſchrei:„mein Kind, mein armes Kind!“— Dann ſagte ſie ruhig und ent⸗ ſchloſſen:„Giſela, hörſt Du mich?“
„Ich höre!“
„Giſela, komm, reiche mir Deine Hand, Du meine einzige, meine letzte Freundin, und nun ſchwöre in meine Hand, daß Du mein Kind nim⸗ mer verlaſſen und vergeſſen willſt, daß Du, ſo⸗ bald es in Gefahr, neben ihm ſein, und es ſchützen willſt mit Deiner Liebe, daß Du an ſeiner Wiege wachen willſt, wenn es krank, und ihm von ſeiner Mutter erzählen willſt, wenn es geſund iſt! Schwöre mir, daß Du dies Kind meiner Schmerzen lieben und ihm das Leben leicht machen willſt, ſo viel es in Deiner Macht; ſchwöre mir, meiner Tochter dereinſt eine Mutter zu ſein!“
Und Giſela drückte ihre Hand feſter in die er⸗ kaltende Hand ihrer Freundin, und ſagte mit feſtem Ton;„ich ſchwöre es Dir, Emma!“ „Dann darf ich ſterben,“ flüſterte Emma leiſe


