Giſela, über ſie geneigt, weinte leiſe ſtille Thränen, denn ſie dachte, der Tod komme ſchon den letzten Lebenshauch aus dieſer zerfallenen Bruſt zu ziehen und dieſen zuckenden, klagenden Lippen das dunkle Siegel ewigen Schweigens aufzu⸗
Aber Emma öffnete noch einmal die Augen, und dieſe erſchienen jetzt ſtrahlend und hell, und ihr Mund lächelte mit dem Ausdruck ſüßer Be⸗ friedigung. Es ſchien, als ſei ſie ſchon geſtorben, und ihr befreiter Geiſt kehre nur noch einmal zu⸗ rück in dieſe irdiſche Hülle, um Frieden zu geben und zu ſegnen.
„Das Leben,“ ſagte ſie mit voller kräftiger Stimme,„das Leben iſt ein böſer, wüſter Traum, und erſt wenn wir aus dem Opinmrauſch dieſes Lebens erwachen, fangen wir an zu leben! Aber welche Schmerzen giebt uns dieſer Traum, welche Qualen erweckt er in unſerer Bruſt! Hier iſt Alles Verderben und Tod, und Alles duftet nach Moder und Verweſung; aber da drüben, jenſeits dieſes Lebens, da ſehe ich ſonnige Thäler, und nimmer erſchallt eine Klage, ein Schmerzensſchrei in jenen Räumen der Freude. Ewiges Lächeln ruht auf jenen Gefilden, und ſelige Geiſter ſchweben daher mit dem ewigen unſterblichen Leben, und ſie win⸗
ken mir, und Edgar breitet die Arme aus! O 3
Edgar!“—
Und es ſchien, als wolle ſie entſchwe n zu


