lungsvolles Weh lag in dem Ton, mit dem ſie das Wort„endlich“ ſprach, wie viel Lebens⸗ überdruß und Todesſehnſucht in dieſem einzigen Wort! 8 Giſela erwiederte nichts, aber ihre Augen füll⸗ ten ſich mit Thränen, die bald hernieder ſielen und Emma's Antlitz befeuchteten. „O, Du weinſt, Giſela,“ ſagte ſie, und ver⸗ ſuchte zu lächeln,„weinſt Du, weil ich ſterbe?“ „Nein, Emma,“ erwiederte ſie ſanft,„ich weine nur weil ich Dich verliere.“. „Aber Du gönnſt mir den Tod, denn Du liebſt mich,“ flüſterte Emma,„und Du biſt nicht ſo grauſam mich in's Leben zurück zu wünſchen. O mein Gott, das Leben. Seit drei Monaten ſterbe ich jeden Tag, jede Stunde, ohne daß der Tod kam mich zu befreien! Jetzt, Giſela, jetzt iſt er da! Jetzt wird er mir den dunkeln Vorhang von den Augen nehmen, und hinter demſelben wird er mich Den ſchauen laſſen, deſſen Namen meine Lippen nicht nennen durften! Zetzt endlich werde ich wie⸗ der rufen können: Edgar! Edgar! und Niemand wird da ſein, der mir deßhalb zürnt, denn Gott verzeiht der Liebe, was die Liebe ſündigte, und er geht nicht mehr in's Gericht mit einem Herzen, das gebrochen iſt unter den Qualen der Welt.“ Emma ſchwieg in tödtlicher Erſchöpfung und röchelnd nur ging der Athen aus hie hervor.
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