Nur der Tod ſelber iſt es, der dies Geheimniß enthüllt, und erſt wenn wir geſtorben, werden wir wiſſen, ob es der Mühe werth war zu leben!
Wie aber das Kind ſchlummernd ſeine Arme empor ſtreckte, verwickelten ſie ſich in dem ſchwar⸗ zen Haar des jungen Weibes, das Kind erwachte und ſchlug die Augen auf, und ſpielte lächelnd mit dieſem feinen, dunklen Haar, das ſich über ſein Antlitz breitete und es umgab, wie mit einem Trauerflor.
Auf der andern Seite des Lagers ſaß eine Schlummernde, ihr Haupt war zurück geneigt auf die Lehne des Seſſels, und die Nachtlampe, die man vergeſſen auszulöſchen, beleuchtete mit grel⸗ lem Schein das edle jugendliche Antlitz des ſchlum⸗ mernden Mädchens, das manche Nacht ſchon am Lager der Freundin gewacht, und jetzt zuſammen geſunken war vor übergroßer Ermattung.
Als aber die Kranke jetzt den Namen: Giſela! rief, richtete ſie ſich empor und neigte ſich mit in⸗ nigem Liebesblick über das Lager.
„Hier bin ich, Emma, meine theuerſte Freun⸗ din,“ ſagte ſie mit weichem Ton, und die Kranke ſchlug die Augen auf, und ſchaute lange und mit ſeltſamem Ausdruck in das geliebte Angeſicht ihrer Freundin. ſ. 3 „Giſela,“ ſagte ſie dann kaum hörbar,„ich ſterbe endlich!“ 5 O, welch eine tiefe Klage, welch ein verzweif⸗


