3wölftes Capitel. Der Tod.
Sechs Wochen waren vergangen, ſeit jenem unter⸗ brochenen Verlobungsfeſt, und Niemand am Hofe Katha⸗ rinen's ſchien ſich mehr dieſes unangenehmen Ereigniſſes zu erinnern, das man unter Feſten und Blumen begraben hatte. Selbſt am Tage nach jener Kataſtrophe hatte bei der Kaiſerin ein glänzender Ball ſtatt gefunden, und nicht allein Katharina, ſondern ſogar der König von Schweden war auf demſelben erſchienen. Nur hatte Katharina den König, den ſie bis dahin mit ſo vieler Emphaſe ihren jungen, ſchönen Liebling genannt, gar nicht zu bemerken geſchienen, und ohne ihn nur zu grüßen, war ſie mehrmals an ihm vorübergeſchritten. Aber auf den König ſchien dieſes Nichtgewahren der Czarina gar keinen Eindruck zu machen. Das ſanfte, traurige Lächeln, mit dem er in den


