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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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hat, der Kaiſerin zu trotzen, und ſie auf das Tödtlichſte zu beleidigen?

Ich habe meinem jungen König nur die Gefahren gezeigt, welche ihn hier bedroheten, ſagte Arufelt ruhig, ich habe ihn beſchworen, ſich nicht zu verſündigen gegen ſein Vaterland und die Geſetze ſeines Reiches. Aus der Tiefe meiner Seele danke ich Gott, daß der König auf meine Worte gehört und der machtvollen Veruchung wi⸗ derſtanden hat.

Sie werden aber jetzt den Richtern der Kaiſerin Antwort geben müſſen, wenn man Sie der Verrätherei und des Hochverraths beſchuldigt!

Ich bin Unterthan des Königs von Schweden, ich habe gehandelt, wie es meine Pflicht war, ſagte Armfelt ruhig.Niemand wird mich deshalb der Verrätherei be⸗ ſchuldigen können.

Wir werden ſehen, rief Markow ingrimmig.Kom⸗ men Sie, mein Herr, folgen Sie uns! Der Wagen ſteht bereit, der Sie bis auf Weiteres nach der Feſtung Kaluga bringen ſoll.

* Baron von Armfelt ward ohne Verhör und Urtheil an dem⸗ ſelben Tage, an welchem der König von Schweden Petersburg verließ, verhaftet, und nach Kaluga gebracht. Man bemächtigte ſich ſeiner Papiere und überlisferte dieſe dem Regenten, Herzog von Söderman⸗ land. Dieſer ließ nun, geſtützt auf dieſe Papiere, in Stockholm jenen