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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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Es iſt wahr, er darf nicht mehr zurücktreten, ſagte Zoubow entſchloſſen.Wir dürfen ihm nicht erlauben, unſere erhabene Czarina zu beleidigen. Katharina, ich beſchwöre Dich, ſprich! Befiehl mir, daß ich hingehen, daß ich dieſen hochmüthigen Knaben verhaften ſoll, der es wagt, meiner edlen Kaiſerin zu trotzen, und ich, ganz allein, ohne Gefolge, ohne Waffen gehe hin, und mitten aus dem Kreiſe ſeiner Höflinge hole ich Dir den König und bringe ihn hierher, daß er zu Deinen Füßen Vergebung und Gnade erflehe.

Katharina dankte dieſer prahleriſchen Rede ihres Günſtlings mit einem flammenden Blick. Sie wollte lächeln, aber ſie vermochte es nicht, ſie fühlte es wie einen Krampf in ihrem Herzen, ein unnennbares Wehegefühl, ein Gefühl, wie ſie es nie gekannt, und das zugleich der Beſchämung und der Reue angehörte, überkam ſie, und ſie hatte kaum noch die Kraft, den Thränen zu wehren, die in ihre Augen traten.

In dieſem Augenblick öffnete ſich die Thür, und einer der Kammerherren trat herein mit einem Brief in der Hand, den der Herzog von Södermanland an die Kaiſerin ſandte.

Katharina nahm ihn, und heftete ihre Augen auf die Adreſſe, aber die Buchſtaben verſchwammen vor ihren Augen, das Papier zitterte in ihrer Hand. Sie reichte