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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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Die Kaiſerin Katharina verweilte mit ihrer Familie und den Hofſtaaten noch immer in dem großen Thronſaal und harrte noch immer auf die Ankunft des Königs. Aber ſie ſtand jetzt nicht mehr aufrecht in der Mitte des Saals, ſondern ſie hatte ſich, geſtützt auf den Arm der Großfürſtin Alexandra, nach ihrem Thronſeſſel begeben, und war, kaum noch im Stande, ihre tödtliche Erſchöpfung zu verbergen, auf denſelben niedergeſunken. Ihre kalte, zitternde Hand hielt krampfhaft den zarten Arm der Prinzeſſin umſchlun⸗ gen, und von Zeit zu Zeit richtete ſie an Alexandra, welche bleich und bebend, mit Thränen in den Augen neben ihr ſtand, und gleich ihr, immer und immer wieder ihre Blicke nach der Thür hinwandte, halblaute Worte des Troſtes und der Beruhigung, an die indeſſen ſie ſelber nicht mehr glaubte, und die keinen Eindruck auf das gequälte Herz der Prinzeſſin machten.

Der Großfürſt Paul ſtand neben ſeiner Gemahlin und ſchien ſich mit boshafter Schadenfreude, ganz unbe⸗ kümmert um den Seelenſchmerz ſeiner Tochter, an dieſer demüthigenden Niederlage ſeiner kaiſerlichen Mutter zu

Gemahlin und ſeinen vier Kindern nach Deutſchland, ließ ſich aber ſchon 1811 von ſeiner Gemahlin ſcheiden und lebte ſeitdem unter dem Namen Obriſt Guſtavſon ein ſtilles, verborgenes Leben. Er ſtarb im Jahr 1842. Seine Enkelin iſt die jetzige Kronprinzeſſin vvn Sachſen.