Druckschrift 
Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
Einzelbild herunterladen

208

von Schweden immer noch Großfürſtin von Rußland zu ſein, und ſtets die Intereſſen Rußlands höher zu ſtellen, als alle andern Intereſſen. Alexandra, wirſt Du dieſer Schwüre immer eingedenk bleiben?“

„Ich werde ihrer eingedenk bleiben, Majeſtät,“ ſagte Alerandra, aber mit beklommener, zitternder Stimme.

„Und ſchwörſt Du mir, daß Du niemals Deinem Gott, und Deiner Kirche ungetreu werden, niemals, was man Dir auch ſagen, wie man Dich auch zu überreden ſuchen ſollte, niemals die heilige griechiſche Religion ver⸗ laſſen willſt?“

„Ich ſchwöre das, bei Allem was mir heilig iſt, bei Allem, was ich liebe,“ rief Alexandra, und dies Mal war ihre Stimme voll edler, frendiger Begeiſterung.„Ja, ich ſchwöre, Niemals meinem Gott, meiner Religion und meiner Kirche ungetren werden zu wollen.“

„Gott und Deine Kaiſerin haben Deinen Schwur empfangen,“ ſagte Katharina feierlich.„Und nun, mein Kind, laß uns gehen. Die Stunde des Glückes iſt für Dich gekommen.“

Sie reichte der Prinzeſſin ihre Hand und geleitete ſie in den großen Saal, in welchem die kaiſerliche Familie, und der ganze Hofſtaat der Kaiſerin verſammelt war. Katharina grüßte die jungen Großfürſten und deren Ge⸗ mahlinnen mit einem freundlichen Kopfnicken, den Groß⸗