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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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ſein, denn Ihr Segen ruht auf mir, und Ihre Wünſche und Gedanken begleiten mich!“

„Ja, meine Wünſche und Gedanken begleiten Dich, mein Kind,“ ſagte die Kaiſerin, ihre Hand auf die Schulter Alexandra's legend, und ihr forſchend in die Augen ſchauend. „Aber werden auch Deine Gedanken niemals Deine Kaiſerin, Deine Großmutter vergeſſen? Wirſt Du immer eingedenk bleiben, daß ich Dich nicht bloß nach Schweden ſende, um dort eine glückliche Königin zu ſein, ſondern um dort auch als ruſſiſche Großfürſtin eine Miſſion zu er⸗ füllen?“

„Ich werde deſſen eingedenk ſein, Majeſtät, ich werde ſtets mich bemühen, die Freundſchaft zwiſchen meinem Vaterland und Schweden aufrecht zu erhalten, und alle Mißverſtändniſſe, welche dieſe ſchöne Freundſchaft trüben möchten, hinweg zu räumen.“

Ein leiſes, ſpöttiſches Lächeln glitt über das Geſicht der Kaiſerin hin.„Du biſt noch ſehr jung und unerfahren, mein Kind,“ ſagte ſie,„Du verſtehſt noch zu Deinem Glück nichts von den Künſten der Politik und den Intri⸗ guen und Lügen der Diplomatie. Ich habe Dir deshalb meinen Rath und meine Leitung zugeſagt, und Du haſt mir mit einem feierlichen Schwur gelobt, immer meinen Rath zu befolgen, und ſtets meinen Wünſchen gemäß zu handeln. Du haſt mir ferner gelobt, auch als Königin