Druckschrift 
Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
Einzelbild herunterladen

37

wollen,“ rief der junge Großfürſt lachend;„ich will dem edlen Fürſten Zoubow meinen Reſpect beweiſen und ihn meiner Liebe verſichern.“

„Aber wenn Sie deshalb kamen,“ ſagte Zoubow, ſich wie in größter Erſchöpfung dehnend und ſtreckend, „wenn Sie bloß deshalb kamen, um mir Ihren Reſpect zu beweiſen, ſo begreife ich nicht, weshalb Sie auf eine ſo wenig reſpectvolle Weiſe zu mir eintreten.“

„Wie denn, was meinen Sie, mein theurer Fürſt?“ fragte der Großfürſt ängſtlich und erſchrocken.„Womit hätte ich gegen den ſchuldigen Reſpect gefehlt?“

„Dadurch, mein kleiner, lieber Großfürſt, daß Sie meinen Kammerdiener verleitet haben, gegen die Sitte und Etiquette meines Hauſes zu fehlen. Ich bin es nicht ge⸗ wohnt, daß diejenigen, welche Morgens in meinen Sa⸗ lon kommen, um mir aufzuwarten oder um etwas zu er⸗ bitten, daß dieſe ſich ankündigen und anmelden laſſen, als wären ſie die Sonne, welche ſich herablaſſen will aufzu⸗ gehen. Sie haben aber, denke ich, meinem Diener befohlen, Sie anzumelden?“

„Es iſt wahr, ich that das,“ ſagte der Großfürſt verlegen.„Es geſchah nur aus Gewohnheit, theuerſter Fürſt, nur—“

„Dieſe Gewohnheit,“ unterbrach ihn Zoubow gelaſ⸗ ſen,„dieſe Gewohnheit wird meinem Kammerdiener