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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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Ich verachte Euch Alle, Alle, denn ich kenne Euch, ich weiß, daß, wenn die Sonne meines Glückes erlöſchen ſollte, Keiner von Euch bereit ſein würde, mir auch nur das kleinſte Licht zu bringen, um meine Nacht zu erhellen; ich weiß, daß Ihr Alle mich verlaſſen würdet, wenn ich nicht mehr der allmächtige Günſtling der Czarina wäre. Aber ich weiß auch, daß es Ein lebendiges Weſen giebt, das mich an jenem Schmerzenstage eben ſo treu und zärt⸗ lich lieben würde, als es mich heute liebt. Wundert Euch alſo nicht, wenn ich dies Weſen mehr liebe als Euch Alle. Komm her, Koko, komm zu mir, mein treuer Freund in der Noth, mach' Dich nicht gemein mit den treuloſen Menſchen, halte mehr auf Deine Ehre, mein Koko, und behandele die Menſchen nicht als Deines Gleichen, ſon⸗ dern halte ſie Dir möglichſt vom Leibe.“

Er zog den Affen auf ſeinen Schooß und küßte und liebkoſete das Thier. Als ehrerbietige, ſchweigende Zu⸗ ſchauer ſtanden die Generäle, Miniſter, Staatsräthe, Fürſten und Grafen umher. Niemand wagte die Stille durch ein Wort zu unterbrechen oder auf die übermüthige Rede des Fürſten etwas zu erwiedern.

Auf einmal ward die Stille durch die laute Stimme des Kammerdieners unterbrochen, der an der Thür erſchien und mit feierlichem Tone rief:„Se. kaiſerliche Hoheit, der Großfürſt Conſtantin!“