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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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junge Lieutenant meiner Garde ein muthiges Herz hat. Stehe auf, Platon Zoubow, der Großfürſt vergiebt Dir, und er wird ſich erinnern, daß Du von heute an unter meinem beſonderen Schutze ſtehſt. Um das aller Welt zu beweiſen, wirſt Du heute an der kaiſerlichen Tafel Theil nehmen und während des ganzen Tages den perſönlichen Dienſt bei mir haben.“— Der Großfürſt, kaum im Stande ſeinen Zorn zu bezähmen, verließ den Saal, ich aber dankte meiner Kaiſerin mit Thränen des Entzückens für die Gnade, die ſie mir bewieſen, und die glühenden Worte meiner Begeiſterung beleidigten ſie nicht.— Ihr ſeht alſo, ich habe Euch die Wahrheit geſagt, ein Hund hat den erſten Anlaß zu meiner Größe gegeben. Das Uebrige freilich, das Uebrige habe ich allein gethan,“ fuhr Zoubow mit einem faden Lächeln fort,„und wenn meine erhabene Czarina ihren getreuen Diener und Freund, den Platon Zoubow, ſeit ſechs Jahren mit ihrer Gunſt beehrt, ſo verdanke ich das Mir ſelbſt allein und der grenzenloſen und unerſchütterlichen Anbetung für meine Kaiſerin. Dieſe Anbetung erfüllt ſo ganz und gar mein Herz, daß darin gar kein Raum mehr bleibt, irgend etwas Anderes zu lie⸗ ben oder anderen Menſchen ein Stückchen von meinem Herzen zu geben. Laßt es Euch daher nie einfallen, zu glauben, daß ich irgend Jemand von Euch liebe oder hoch⸗ ſchätze, oder auf Eure Zuneigung und Ergebenheit baue.