zige Göttin lebte und herrſchte. Ein glänzendes Lächeln überflog einer Morgenröthe gleich ihr himmliſches Geſicht, und mit ſanfter Stimme ſagte ſie:„Fürchte nichts, ich werde Dich beſchützen, wenn Du es verdienſt.“—„Er hat keine Gnade verdient,“ ſchrie der Großfürſt,„er hat Strafe verdient, und ich will ihn ſtrafen! Er ſoll es büßen, daß er meinen Hund blutig geſchlagen hat. Dafür ſoll er jetzt geſchlagen werden, daß ſein elendes Blut den Rücken in Strömen herunterläuft!“—„Das ſoll nicht geſchehen,“ rief die Kaiſerin gebieteriſch.„Das Blut eines Hundes iſt nicht ſo viel werth, als das Blut eines Menſchen, und wenn der Großfürſt es ſchon für ein Verbrechen hält, daß man einen Hund geſchlagen, ſo iſt es ein todeswürdiges Verbrechen, einen Menſchen zu ſchlagen.— Warum ſchlugſt Du den Hund des Großfürſten?“ fragte ſie dann, ſich tiefer zu mir neigend.—„Ich ſchlug ihn, weil er mich angriff,“ ſagte ich,„aber ich wußte nicht, daß es der. Hund des Großfürſten ſei.“—„Und Du würdeſt ihn nicht geſchlagen haben, wenn Du gewußt hätteſt, daß dies Thier dem Großfürſten gehörte?“—„Ja,“ ſagte ich leichten Muthes,„ich würde ihn doch geſchlagen haben, denn das Thier griff mich an und ich vertheidigte mich.“ — Der Großfürſt ſchrie laut auf vor Wuth. Meine er⸗ habene Kaiſerin aber lächelte und ſagte:„Das iſt eine Antwort, die mir wohlgefällt, denn ſie beweiſt mir, daß der
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