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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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Großfürſten, welcher ſchrie:„Wo iſt der Verbrecher, der mir meinen Hund gemißhandelt hat? Alles, was mir ge⸗ hört, Alles, was ich liebe, wird gemißhandelt und verfolgt. Ich habe einen Hund, den ich liebe, und man will ihn tödten. Wo iſt der Officier, der das gewagt hat? Man führe ihn mir her, er ſoll exemplariſch beſtraft werden.“*) — Ein kalter Schauer durchrieſelte meine Glieder, und ich fühlte, daß ich verloren ſei, denn erſt geſtern hatte der Großfürſt einen anderen Officier, deſſen wild gewordenes Pferd gegen den Schimmel des Großfürſten anrannte, mit Knutenhieben für das Verſehen ſeines Pferdes beſtraft, dann den Officier nach Sibirien geſchickt und das Pferd tödten laſſen. Ich wollte fliehen, mich verbergen, aber ach, ſchon öffnete ſich die Thür, die von dem Grofßfürſten geſandten Häſcher, welche mich fangen ſollten, ſtürzten herein, und dicht hinter ihnen auf dem Corridor vernahm ich die donnernde Stimme des Großfürſten. Ich ſchien verloren, denn die Kerle packten mich ſo heftig, daß ich nicht einmal mehr Zeit hatte, meinen Degen zu ziehen, entweder um mich zu vertheidigen oder um mir den Tod zu geben. Sie riſſen mich vorwärts nach der Thür hin, in welcher ſoeben der Großfürſt mit zornrothem Antlitz

*) Des Grofßfürſten eigene Worte. Siehe: Memoires secretes sur la Russie. Vol. I. S. 334.