Druckschrift 
Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

Ihr klugen Staatsräthe, Miniſter und Generäle, rathet einmal, wem der Hund gehörte, den ich blutig geſchlagen?“

„Er gehörte ſicherlich der Czarina,“ krähte Souwarow, „die erhabene Majeſtät ließ den Verbrecher vor ſich kom⸗ men, aber dann hieß es bei Platon Zoubow wie beim Ju⸗ lius Cäſar: veni, vidi, vici.“

„Ah, ſeht doch, der Feldmarſchall iſt unter die Gelehr⸗ ten gegangen,“ rief Zoubow.„Er wird ſich wahrſcheinlich von dem Präſidenten der Akademie der Wiſſenſchaft, der hochgelahrten Frau Gräfin Daſchkow, in den Gelehrten⸗ ſtall aufnehmen laſſen wollen, um auch noch den Ruhm der Gelehrſamkeit mit in ſein Grab zu nehmen! Aber dies Mal haben Sie doch fehl geſchoſſen, mein Herr Akademiker der Zukunft; es war nicht der Hund meiner edlen, erhabenen Kaiſerin. Die Czarina hat genug an dem Menſchengeſindel, das ſie umwedelt, und ſie hält ſich keine anderen Hunde. Aber da der Souwarow es nicht errathen hat, wem der Hund gehörte, ſo wird es auch kein Anderer wagen, und ich muß daher nur Euren liebenswürdigen Strohköpfen ein Licht anzünden. Es war der Hund des Großfürſten Paul, den ich blutig geſchlagen hatte, und der Hund war heulend und ſchreiend mit ſeiner blutigen Schnauze zu ſeinem Herrn gelaufen. Nun entſtand ein wildes Fluchen und Schreien im Palaſt, und durch die Corridore daher vernahm ich die zornige Stimme des