langen Wimpern hervor und ſielen nieder auf den Buſen, der von ſchweren Seufzern ſich hob.
Sie konnte ſich nicht losreißen, die vergan⸗ genen ſchönen Tage zogen wie die Geiſter längſt Verſtorbener an ihrer Seele vorüber, und jeder gab ihr einen neuen Schmerz.
Jetzt öffnete ſich leiſe die Thür und Solau trat ein. Er ſtand einen Augenblick ſtill unter der Thür, und blickte mit tiefem Mitleid auf Emilie, die, ganz in ihren Schmerz verſunken, ſein Kommen nicht bemerkte. Dann trat er näher und ſagte leiſe:„Emilie!“
Sie erſchrak nicht,— in ihrer Seele war keine Kraft mehr dazu— langſam hob ſie das Auge, aber als ſie Solan erkannte, zuckte es in ihren Zügen,— der Schmerz trat in dieſelben, ſie erhob ſich, ſie umſchlang mit beiden Armen den Greis und hauchte unter Thränen:
„Mußten wir uns ſo wiederſehen!“
„Armes, unglückliches Kind!“ ſagte Solau und ſtreichelte zärtlich ihre Wange.
„Nennen Sie mich nicht unglücklich,“ ſagte ſie eilend,„beklagen Sie mich nicht,— ich werde dann laut ausbrechen in Schmerz.— Das darf nicht ſein.“— Sie legte ihre Hände wie beru⸗ higend auf das Herz und ſchwieg.
Dann reichte ſie Solau die Hand und ſagte: „o wie danke ich Ihnen, daß Sie kamen, daß
Sie mich noch einmal Ihr liebes, treues Geſicht


