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ſehen laſſen. Ich mußte es ſo lange miſſen.— Sie haben mich nicht vergeſſen, Sie haben mir Ihre Theilnahme bewahrt.“
„Niemand wird Sie vergeſſen, der Sie einmal kannte,“ ſagte er gerührt.
Sie bebte leicht zuſammen.„Sagen Sie das nicht,“ flüſterte ſie,— er, der Einzige, den ich— doch nein, nicht davon wollen wir ſprechen.— Ich muß fort,— der Wagen ſteht bereit, laſſen Sie uns Abſchied nehmen.“
„So wollen Sie fort, allein in dunkler Nacht?“
Sie lächelte wehmüthig:„Ich bin nicht allein! Die Geiſter meiner entſchwundenen Tage werden mit mir ziehen!— Kommen Sie,“ ſagte ſie dann faſt ängſtlich,„noch eine Minute, und ich habe nicht mehr die Kraft zu gehen.“
Mit fieberiſcher Eile hüllte ſie ſich in ihren Shawl und auf Solau's Arm gelehnt verließ ſie das Zimmer.— Langſam gingen ſie die Treppe hinab, aber mit jedem Schritte ſchien ihre Kraft
ihr Athem.„Alſo das letzte, letzte Mal betritt mein Fuß dieſe Stufen! O, es iſt furchtbar.— Nein, ſehen Sie mich nicht ſo ängſtlich an, ich habe Kraft, o Rieſenkraft.“— Sie richtete ſich ſtolz auf und ging feſten Schrittes die Treppe hinab.— Zetzt kamen ſie an Haltern's Thür vor⸗ über. Emilie ſtand ſtill, ſie zog ihre Hand aus
zu ſinken, ſie bebte, und ſchwer und ſchnell ging
Solau's Arm und blickte nach der Thür. Ein
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