— 0 trieb ſie weiter— es war nicht Deine Schuld! Eine Bitte richte ich an Dich,— Du wirſt ſie der Scheidenden nicht weigern. Nimm von mir mein liebes Waldthal als eine Erinnerung an mich. Und wenn Du in dem ſtillen Garten biſt und auf dem Platze, wo ich einſt ſo ſelig, ſelig neben Dir ſaß, und wenn der Mond ſcheint, wie damals, und die Nachtigall flötet, und der Wind lispelt, wie damals,— dann gedenke mein,— ich weiß, Du wirſt es thun! Aber nicht denke meiner mit Vorwürfen und Reue. Nein, Ernſt, es iſt Alles gut ſo. Wir waren gleich zwei Ster⸗ nen, die einander begegnen auf ihrer Bahn nach den ewigen Geſetzen der Natur. Einige Augen⸗ blicke berühren ſie einander, ſcheinen eins zu ſein, und heller und ſtrahlender funkelt das Licht der beiden Vereinten,— aber ihre Beſtimmung treibt ſie voneinander, dieſelben Geſetze, die ſie verei⸗ nigten, trennen ſie auch wieder, und ſie müſſen weiter ziehen auf der bezeichneten Straße,— das Verhängniß treibt ſie. Und nach Jahrhunderten mag der Moment wieder kommen, ſie mögen wie⸗ der einander begegnen, ſie mögen einander er⸗ kennen und ſich dieſes Wiederſehens freuen!— Laut ruft es in meiner Bruſt,— auch wir wer⸗ den uns wiederſehen einſt in der Ewigkeit! Ja, es giebt eine Ewigkeit! Und wenn man es früher auch nicht wußte, ſo weiß man es, nachdem man weinte. Ich ſage Dir, wir werden uns wieder⸗
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