meinem Herzen! Nein, Dich beklage ich! Nun weiß ich Alles, nun verſtehe ich Alles! Dein fin⸗ ſteres Stirnrunzeln, Deine trübe Stimmung der letzten Wochen. Armer Ernſt, was litt wohl Deine Seele im Kampfe der Liebe und— des Stolzes.— Siehſt Du, Ernſt, ich verſtehe Dich, und weil ich das thue, verzeihe ich Dir! Jch ſage Dir, ich weiß, daß Du mich liebſt, mich nie vergeſſen wirſt,— was uns Beide trennt, das iſt die Welt und— der Graf!— Dein Stolz konnte ein Verhältniß nicht ertragen, das die Welt tadelte, und dem Stolze,— dem Grafen, mußte der Ernſt, der mich liebte, unterliegen.— Ich habe ein gefährlich Spiel geſpielt, ich wagte, wie der kühne Schiffer, auf ein einziges Fahrzeng all mein Glück, der Sturm aber trieb es hinaus in das offene Meer,— mir iſt es verloren, und ich ſtehe da,— einſam und arm!— Ja, Ernſt, ganz arm an Hoffnungen und Lebensluſt! Und ich war doch ſo reich,— ich war ſo glücklich! Ach, daß der Menſch ſich nicht genügen läßt an dem, was er einſt beſeſſen, daß er nicht leben kann von der Erinnerung, und von ihr zehren in trauriger Gegenwart!— Ich weiß es wohl, ich werde wieder ruhig werden, aber niemals wieder glücklich. O Ernſt,— iſt es nicht traurig, ein lauges ödes Leben vor ſich zu ſehen, ohne Glück? — Ich könnte dies Leben enden, Hunderte haben
es vor mir gethan und werden es thun. Aber


